Dank der 3daysofdesign wurde Kopenhagen vom 10. bis 12. Juni 2026 wieder einmal zu einem der wichtigsten Hotspots auf der globalen Design-Landkarte. Entdecken Sie das Hauptthema des Festivals, schlendern Sie mit uns durch die Straßen der Stadt und besuchen Sie ausgewählte Marken. Willkommen zu unserem Fotobericht.
Die 3daysofdesign sind ein Event, das Design ganz anders präsentiert als klassische Messen – viel näher an der Stadt, den Menschen, dem Alltag und den echten Emotionen. Statt in einer anonymen Messehalle bewegen sich Designer und Design-Liebhaber durch Showrooms, Galerien, Museen, private Apartments und Kopenhagener Hinterhöfe. Statt Hektik und Business-As-Usual stehen hier inspirierende Gespräche mit Gestaltern, exklusive Kollektions-Launches, Ausstellungen, Vorträge und Begegnungen im Vordergrund, bei denen man die Objekte in ihrem natürlichen Kontext erleben kann. Statt des großen Prunks, der oft die Mailänder Möbelmesse begleitet, liegt der Fokus ganz auf dem Design selbst und den Gefühlen, die es in uns weckt.
Die Erfolgsgeschichte der 3daysofdesign begann im Jahr 2013, ganz bescheiden und typisch skandinavisch: als Initiative von vier dänischen Marken – Montana, Erik Jørgensen, Anker & Co und Kvadrat, die sich in einem alten Lagerhaus im Hafenviertel Nordhavn zusammenschlossen. Genau dort wurde die Idee für ein Event geboren, das aus dem Bedürfnis nach einem engen, weniger kommerziellen Kontakt mit Design entstand.
Heute sind die 3daysofdesign Dänemarks offizielles Fest des Designs, ein ernstzunehmender Rivale der Milan Design Week und einer der spannendsten Orte, um darüber zu diskutieren, was zeitgenössisches Design wirklich ausmacht: Form, Funktion, Verantwortung, Handwerkskunst, Emotion und eine ganz besondere Lebenseinstellung für den Alltag.
Im Jahr 2026 fand das Festival vom 10. bis 12. Juni unter dem Motto „Make This Moment Matter“ statt. Und man kann sich kaum einen Slogan vorstellen, der den Geist des heutigen Designs treffender auf den Punkt bringt.


„Make This Moment Matter“ – das diesjährige Motto – ist eine herzliche Einladung, über die tiefere Bedeutung und die Rolle von Design zu diskutieren. Wir fragen längst nicht mehr nur, ob ein Objekt schön, funktional oder neu ist. Vielmehr stellen wir uns die Frage: Warum wurde es erschaffen? Was bringt es in eine Welt, in der wir uns zunehmend reizüberflutet fühlen – eine Welt der Massenproduktion und der Dinge, denen es an gestalterischer Tiefe, Handwerkskunst oder Sinn fehlt?
Aus dieser Perspektive beginnt Design zwar mit einem weißen Blatt Papier, endet aber noch lange nicht bei der bloßen Form. Aus Unsicherheit entsteht Absicht, aus Absicht Sinn und aus Sinn ein Objekt, das nicht einfach nur Platz wegnimmt, sondern wirklich etwas verändert: im Raum, im täglichen Ritual, in der Beziehung zwischen Mensch und Zuhause.
„Make This Moment Matter“ ist daher eine Geschichte über Achtsamkeit. Über den Schritt von „mehr“ zu „bewusster“, von der Vergänglichkeit zur Zeitlosigkeit, vom oberflächlichen Effekt hin zu echten Emotionen, Wohlbefinden und Verantwortung. Es ist eine Einladung, so zu gestalten und auszuwählen, als ob die Entscheidungen von heute morgen wirklich einen Unterschied machen – für uns, für andere und für die Welt, die wir hinterlassen.
In diesem Sinne harmoniert das Thema der 3daysofdesign wunderbar mit dem Claim von FormAdore – Make it yours. Beide Aussagen sprechen von Selbstbestimmung, allerdings aus zwei sich perfekt ergänzenden Perspektiven. „Make This Moment Matter“ erinnert uns daran, dass Design Bedeutung haben sollte: aus einem echten Bedürfnis heraus entstehen, dem Wohlbefinden dienen, bewusste Entscheidungen unterstützen und mehr als nur einen ästhetischen Fußabdruck hinterlassen.
„Make it yours“ bringt diese Idee direkt zu Ihnen nach Hause und spricht von der Gestaltungsfreiheit der Nutzer, die ihren Raum mit Objekten füllen, die widerspiegeln, wie sie leben, was ihre täglichen Routinen sind und wie sie sich in ihrem ganz persönlichen Rückzugsort fühlen möchten.
Es ist eine Einladung, Trends nicht blind hinterherzulaufen, sondern Dinge zu wählen, die mit dem eigenen Lebensrhythmus, den Gewohnheiten und dem Bedürfnis nach Schönheit harmonieren. Wenn das Kopenhagener Motto sagt: „Gib dem Design eine Bedeutung“, fügt FormAdore hinzu: „Und wähle Design, das keine reine Dekoration ist, sondern Teil deiner ganz persönlichen Geschichte wird“ – jener Geschichte, die beim morgendlichen Kaffee, dem warmen Licht am Esstisch, der Haptik des Lieblingssessels und den Dingen, die uns über Jahre hinweg begleiten, geschrieben wird.
Während der diesjährigen Ausgabe der 3daysofdesign feierte die Traditionsmarke Louis Poulsen das 100-jährige Jubiläum des PH-Systems – ein bahnbrechendes Beleuchtungskonzept, das Poul Henningsen im Jahr 1926 entwickelte. Seine Idee war ebenso einfach wie revolutionär: die Glühbirne zu zähmen, ihr blendendes Licht zu dämpfen, es in sanften Schichten zu streuen und den Nutzer von unangenehmer, ermüdender Blendung zu befreien.
Henningsen schuf ein System, das Licht mit fast mathematischer Präzision und viel Feingefühl strukturierte. Die drei Schirme des PH-Systems wurden nach einer natürlichen logarithmischen Spirale entworfen, wodurch die Leuchte das Licht weich, mehrschichtig und absolut blendfrei verteilt. Hinter dieser poetischen Leichtigkeit steckte ein ausgeklügeltes Konzept: Ein mathematisches Nummerierungssystem ermöglichte es, verschiedene Schirmanordnungen zu kombinieren, die genau auf die jeweiligen Beleuchtungsbedürfnisse abgestimmt waren. Das PH-System ist daher weit mehr als nur eine Lampenform. Es ist eine Philosophie des Lichts als Medium, das mit Blick auf den menschlichen Komfort, die Stimmung und das tägliche Erleben sanft gelenkt werden kann.
Im Rahmen des Programms „PH - an exploration“ lud die Marke Besucher in ihr Hauptquartier ein und präsentierte Produktneuheiten, kinetische Installationen sowie spannende Design-Talks. So wurde eine Geschichte über ein Erbe erzählt, das keineswegs nur der Vergangenheit angehört. Der Kampagnenslogan „PHOrever“, der 100 Jahre PH-System feiert, bringt diese Kontinuität perfekt auf den Punkt. Henningsens Entwürfe sind nicht nur deshalb so aktuell, weil sie Designikonen sind, sondern weil sie nach wie vor eine sehr moderne Antwort auf ein grundlegendes Bedürfnis geben: Licht zu nutzen, um Atmosphäre zu schaffen, Räume zu strukturieren und dafür zu sorgen, dass wir uns darin rundum wohlfühlen.
Während des Festivals entführte Louis Poulsen die Besucher in die faszinierende Welt von Henningsen, ohne dabei seine anderen Meilensteine zu vergessen. Eine kinetische Plattform mit Panthella-Leuchten begeisterte die Gäste direkt am Eingang und würdigte den 100. Geburtstag ihres Schöpfers Verner Panton. Damit unterstrich Louis Poulsen eindrucksvoll sein eigenes Erbe und den ikonischen Charakter einer Marke, die Liebhaber von Licht und Design immer wieder aufs Neue in ihren Bann zieht.






Während der diesjährigen 3daysofdesign feierte die Marke Muuto ihr 20-jähriges Bestehen und schlug symbolisch ein neues Kapitel in ihrer Erfolgsgeschichte auf. Das Event, das sich über mehrere Etagen eines Stadthauses in der Østergade 36-38 erstreckte, war nicht nur ein rundes Markenjubiläum, sondern auch ein Moment des Innehaltens und Nachdenkens darüber, wohin sich das zeitgenössische skandinavische Design entwickelt.
Seit über einem Jahrhundert ist dieses Design kein starrer Stil oder eine geschlossene Ästhetik, sondern vielmehr eine Haltung: Es geht um die Ehrlichkeit der Form, eine im Alltag verwurzelte Funktionalität, Respekt vor den Materialien, echte Handwerkskunst und Langlebigkeit. Muuto entspringt dieser Tradition, gibt sich aber nicht mit dem bloßen Wiederholen zufrieden. Die Marke entwickelt ihre ganz eigene Designsprache – moderner, sinnlicher und offen für den Dialog zwischen Verstand und Gefühl. Im Zentrum dieser Philosophie steht die Überzeugung, dass gutes Design immer „aus dem Herzen und dem Kopf“ zugleich entsteht: Einerseits zählen Proportionen, Ergonomie, Konstruktion und Haltbarkeit; andererseits das Gewicht des Materials in der Hand, die Weichheit der Kanten, die Atmosphäre im Raum und dieses schwer fassbare Gefühl von Geborgenheit.
Während des Festivals lud die Marke die Besucher ein, durch Produkt-Launches, immersive Räume, eine Wettbewerbsausstellung und die Präsentation der exklusiven „Numbered Edition Designs“ ins Gespräch zu kommen. Darunter befand sich das „Inner View Object“ von Lise Vester – ein handgefertigtes, mundgeblasenes Muranoglas-Objekt, das faszinierend mit Licht, Reflexion und Wahrnehmung spielt, sowie der skulpturale, aus extrudiertem Aluminium gefertigte „Close to Heart Chair“ des Spacon-Studios, dessen präzise Konstruktion kleine, herzförmige Verbindungsstücke verbirgt – ein liebevolles Symbol zum Geburtstag der Marke.
Dieses Detail bringt Muutos Richtung perfekt auf den Punkt: Architektonische Logik trifft auf emotionale Wärme, Experimentierfreude auf alltägliche Nutzbarkeit. Abgerundet wurde das Jubiläum durch das Buch „Next Chapters in Scandinavian Design - Muuto on Creating Intentional Spaces“, das im Gestalten-Verlag in enger Zusammenarbeit mit der Marke erschienen ist. Durch Essays, ausdrucksstarke Fotografien und Interviews mit Designern zeigt es, wie Farbe, Form, Haptik, Natur und Licht die Art und Weise beeinflussen, wie wir leben, uns bewegen und in Räumen fühlen.
In einer zunehmend digitalen Welt erinnert uns Muuto daran, dass die Zukunft des Designs mit etwas sehr Greifbarem beginnen kann: mit einem Objekt, das uns einlädt, innezuhalten, nachzudenken und eine echte Verbindung zu unserer Umgebung aufzubauen.




HAY präsentierte sich während der 3daysofdesign wie gewohnt von seiner demokratischsten Seite: Design für jeden Tag – durchdacht, farbenfroh, langlebig, für jeden zugänglich und mitten im Leben stehend. Die Marke, die für Möbel, Leuchten und Accessoires in Kooperation mit Designern aus aller Welt bekannt ist, beweist seit Jahren, dass modernes Design weder unbezahlbar noch elitär sein muss.
Während des diesjährigen Festivals zeigte HAY seine Klassiker, Neuheiten und exklusive Vorschauen auf kommende Möbel- und Leuchtenkollektionen an einem ganz besonderen Ort direkt am Kanal: im O-Overgaden, einer der wichtigsten Institutionen für zeitgenössische Kunst in Kopenhagen. Gelegen im Herzen von Christianshavn, bot dieser Raum, der für experimentelle Ausstellungen und die Förderung junger, lokaler sowie internationaler Stimmen bekannt ist, den perfekten Rahmen für die Marke: ein harmonisches Zusammenspiel aus Kunst, urbanem Flair und alltäglichem Leben.
Gleichzeitig stand das HAY House – der Flagship-Store der Marke in einem wunderschönen Stadthaus im Stadtzentrum – den Besuchern offen. Hier konnte man voll und ganz in die sich ständig weiterentwickelnde Kollektion moderner Entwürfe dieser beliebten Marke eintauchen. In dieser doppelten Präsenz, aufgespannt zwischen künstlerischem Anspruch und dem gemütlichen, nahbaren Charakter des Showrooms, wird die Philosophie von HAY spürbar: Design soll schön, funktional und einfach für uns da sein. Nicht als unantastbares Kunstwerk auf einem Podest, sondern als lebendiger Teil unseres Alltags, den wir ganz nach unseren Wünschen gestalten können.




Die Marke Serax feierte ihre Premiere bei den 3daysofdesign – und das mit dem großen Auftritt, der typisch ist für ein Label, das seit vier Jahrzehnten Alltagsgegenstände in echte Charakterstücke verwandelt. Die belgische Marke, die weltweit agiert und mit internationalen Designern und Kreativen zusammenarbeitet, baut ihr Portfolio auf einer einfachen, aber anspruchsvollen Idee auf: alltägliche Räume auf ein neues Niveau zu heben.
In der Welt von Serax ist ein Teller, eine Vase, eine Leuchte oder ein Möbelstück nicht einfach nur ein praktisches Accessoire. Jedes Teil erzählt seine eigene Geschichte und behauptet seinen Platz im Raum – in einer perfekten Balance zwischen Ästhetik und Nutzen, zwischen traditionellem Handwerk und einem modernen Blick auf das Wohnen.
Der diesjährige Auftritt in Kopenhagen hatte eine ganz besondere Bedeutung, da er mit dem 40-jährigen Jubiläum der Marke zusammenfiel. Aus diesem Anlass übernahm Serax den legendären New Mags Store samt Dachterrasse und schuf eine Bühne für eine Reise durch Vergangenheit und Zukunft: Gezeigt wurden Entwürfe, die die unverkennbare Designsprache der Marke geprägt haben, sowie aufregende Neuheiten, darunter Kollektionen der Designerin Kelly Wearstler, die ebenfalls persönlich vor Ort war.
Es gab geliebte Klassiker, frische Neuinterpretationen und ein Jubiläumsflair, das sich wunderbar in den Räumen, dem Licht, den Materialien und der besonderen Atmosphäre der Kult-Buchhandlung entfaltete. Serax hat uns eindrucksvoll daran erinnert, dass auch Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens Sammlerwert haben können – ein Objekt kann nützlich sein, dekorieren, mit dem Haus in Würde altern und auch nach Jahren noch seine ganz eigene Geschichte erzählen.




Stelton entführte uns während der 3daysofdesign in eine Welt, in der skandinavische Formdisziplin auf die Poesie alltäglicher Rituale trifft. Das Kopenhagener Familienunternehmen, gegründet im Jahr 1960, pflegt seit Jahrzehnten eine Designsprache, die auf Proportionen, Funktion, Material und Langlebigkeit basiert – Werte, die keine kurzlebigen Trends brauchen, weil ihre Stärke in der Qualität für Generationen und einem langen Leben im Zuhause liegt.
In Zusammenarbeit mit Designern aus aller Welt schafft Stelton ganze Produktfamilien: minimalistisch im Ausdruck, aber bis ins kleinste Detail durchdacht, präsent im Alltag, ohne sich aufzudrängen. Während des Festivals zeigte die Marke diesen Entstehungsprozess von innen heraus und lenkte den Blick nicht nur auf das fertige Produkt, sondern auch auf die Entscheidungen dahinter: die Materialauswahl, die Haptik der Oberfläche, die Art der Nutzung und die feine Verbindung zwischen Hand und Objekt.
Das Programm „Moments of Passion“ im Kanal House war ganz um Kaffee, gute Gespräche und das Beisammensein herum aufgebaut. Frisch gebrühter Kaffee, interaktive Installationen und persönliche Begegnungen schufen einen Ort, an dem Design nicht aus der Ferne bewundert, sondern ganz entspannt erlebt wurde – im Duft des Kaffees, der Geste des Einschenkens, dem Austausch über den kreativen Prozess und der Rückbesinnung auf Dinge, die wir mit voller Absicht tun.
Stelton hat uns daran erinnert, dass Einfachheit kein bequemer Shortcut ist. Sie ist eine Kunst für sich. Und ein gut gestaltetes Objekt kann zu einem stillen, treuen Begleiter im Alltag werden – auf den man sich jeden Morgen aufs Neue freut.




Die diesjährige Ausgabe der 3daysofdesign hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich zeitgenössisches Design immer mehr vom reinen Konzept des „Immer-wieder-Neuen“ verabschiedet. Das reicht einfach nicht mehr aus. Was zählt, ist die Absicht. Das Material. Die Langlebigkeit. Das Licht. Die Beziehung zum Raum. Die Art und Weise, wie ein Objekt die Stimmung in unserem Zuhause verändert, unsere Rituale unterstützt und uns hilft, unseren Alltag bewusster zu genießen.
Louis Poulsen sprach von Licht, das dem Menschen guttut. Muuto – von der Zukunft des skandinavischen Designs, das aus Gefühl und Verstand gebaut wird. HAY – von Schönheit, die jeden Tag erreichbar ist. Serax – von funktionalen Objekten, die die Seele eines Kunstwerks in sich tragen. Stelton – von einer Einfachheit, die Fokus verlangt und uns in den kleinen Gesten des Alltags etwas zurückgibt.
All diese Geschichten fließen an einem Punkt zusammen: in dem tiefen Glauben, dass Design nicht beim Aussehen aufhört. Es beginnt genau dort, wo das Objekt eine Bedeutung für uns bekommt. Wenn es uns dabei hilft, einen Raum zu schaffen, der achtsamer, persönlicher und einfach mehr „unser“ ist.
Make this moment matter.
Make it yours.